
Weltraumschrott
Wer räumt das All auf?
Nur wenige Menschen waren bislang im Weltraum, trotzdem herrscht dort ziemliche Unordnung. Ganz viele tausend Teilchen umkreisen unsere Erde. Alte Satelliten, ein Handschuh, den ein Astronaut verloren hat, oder Teile von Raketen sind dort unterwegs. Dieser Weltraumschrott kann natürlich nicht einfach bleiben. Zeit, dass dort mal jemand aufräumt!

Woher kommt der Schrott?
Der Weltraumschrott betsteht zu großen Teilen aus früheren Satelliten und Teilen von Raketen, die nicht mehr genutzt werden. Lange Zeit haben wir Menschen uns wenig Sorgen über den Müll im All gemacht. Deshalb sind dort mittlerweile bis zu 10.000 Tonnen unterwegs. Dieser Weltraummüll wiegt so viel wie 2.000 Elefanten. Und umso mehr Raketen, Satelliten oder Astronautinnen und Astronauten wir ins All schicken, umso mehr Abfall entsteht.
Wieso ist der Schrott ein Problem?
Die Müllobjekte sind super klein und fliegen super schnell durch den Himmel. Etwa 36-mal schneller als ein Flugzeug. Obwohl sie so klein sind, können sie großen Schaden anrichten. Sie sind nicht nur für die Astronautinnen und Astronauten im Weltall sehr gefährlich. Auch aktive Satelliten können beschädigt oder zerstört werden, wenn sie mit dem Schrott zusammenstoßen. Das kann direkte Auswirkungen für uns auf der Erde haben: Unsere Telefon- und Internetverbindungen funktionieren über Satelliten. Auch Navigationssysteme sind betroffen, wenn Satelliten beschädigt werden. Und jedes Mal, wenn Weltraumschrott zusammenprallt, entstehen zahlreiche neue Bruchstücke – und somit neue Gefahrenquellen.
Ganz schön voll da oben!
Die aktuelle Situation im Weltraum kannst du dir so vorstellen: Ganz viele Objekte umkreisen blind auf ihrer eigenen Flugbahn die Erde – manchmal kreuzen sich dabei die Bahnen anderer Objekte. Ein paar der Objekte kannst du steuern, das sind die Satelliten. Du kannst aber nur einmal pro Stunde sagen, ob dein Satellit beispielsweise schneller oder langsamer fliegen soll. Der Satellit kann seine Umgebung nicht selbst wahrnehmen. Stattdessen verlässt er sich darauf, dass alles klappt. Ebenso fehlen dir Meldungen über Pannen und Kollisionen. Das können im Weltraum Zusammenstöße zwischen Satelliten oder Schrottteilen sein. Es gibt auch keinen Abschleppdienst, der kaputte Objekte wegräumen kann. Das heißt, der Weltraumschrott schwebt einfach weiter im All.
Welche Erfindungen könnten für Ordnung sorgen?
Um den Müll beseitigen zu können, ist es wichtig, ihn zunächst aufzuspüren und zu beobachten. Auch von Deutschland aus werden Objekte im All beobachtet. Es gibt zahlreiche Ideen zur Beseitigung des Weltraumschrotts. Dazu gehören zum Beispiel Magnete oder Greifarme. Schauen wir uns ein paar Ideen mal genauer an:
Netze
Im All ist seit 2018 ein Satellit namens RemoveDEBRIS unterwegs. Er testet unterschiedliche Methoden zur Beseitigung von Weltraummüll. Eine Idee stammt aus dem Fischfang im Meer. Dabei sollen kleine Roboter mit dem Satelliten ins Weltall fliegen. Nachdem der Satellit die Roboter abgesetzt hat, schießen sie Netze, die den Müll einfangen. Anschließend stürzen sie gemeinsam in die Atmosphäre und verglühen dort.


Laser
Eine Idee ist ein spezieller Laser. Er schießt auf die Schrottteile im All. Der Laser hat das Ziel, die Flugbahn der Müllteile so zu verändern, dass sie in die Erdatmosphäre fliegen und dabei verglühen. Die Laser müssen dafür gar nicht ins All fliegen, sondern können von der Erde aus bedient werden. Außerdem wird an einem Ionenstrahl geforscht. Dieser funktioniert ähnlich wie der Laser. Statt einem Laserstrahl werden jedoch Ionen, also winzige geladene Teilchen, auf den Schrott geschossen, um diesen umzulenken.
Harpune
Die Harpune wird mit so hohem Tempo abgefeuert, dass sie umherfliegende Metallteile durchbohrt – also quasi aufspießt. Ein Fangseil fängt die Trümmer dann ein. So eine Harpune wurde bereits gebaut und im All getestet. Die Harpune könnte in Zukunft durch einen Roboter ersetzt werden. Dieser soll ins All geschickt werden und den Müll mit seinen Roboterarmen greifen.

Bildquellen: Bildquellen: ESA, DLR (CC-BY 3.0; https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/legalcode), AIRBUS 2019, ESA 2016/David Ducros




